::: Step By Step Kronen :::

Für alle Besucher meiner Website denen die 3D-Arena kein Begriff ist, möchte ich eben in ein zwei Sätzen erklären worum es geht. Die 3D-Arena ist eine Website die sich ausschließlich um das Grafikprogramm Cinema4D dreht. Cinema4D ist eben dieses Grafikprogramm mit dem auch ich meine gesamten Grafiken erstellt habe. Bei der 3D-Arena gibt es Gallerien, ein Forum, eine Werkstatt, und vieles mehr.


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Wie alles begann:

Irgendwann wurde mal im Forum bekannt gegeben das es einen Contest geben soll. Oh geil dachte ich mir natürlich. Da bin ich aber mal gespannt.
Ich denke es war nur einige Tage später als ich so in der Küche saß und mich mit meiner Frau unterhielt. Worüber weiß ich natürlich nicht mehr. ;-)))
Und plötzlich: Kraaaawusch!!!
Da war plötzlich eine Vision in meinem Kopf. Tausend Gedanken blitzen auf, Bilder entstanden, Arbeitsschritte liefen vor meinem geistigen Auge ab. Ich weiß nicht mehr genau was dann passierte, aber irgendwann fand ich mich an der Tastatur wieder, wie ich eine E-Mail an das 3D-Arana-Team schrieb und ihnen meine Idee unterbreitete. Nun war also die Idee geboren. Gott sei dank ist das 3D-Arena-Team immer unglaublich schnell mit Antworten, so das ich nicht all zu lange auf heißen Kohlen sitzen musste. Nach einigem Schriftwechsel war dann klar das es 3 Pokale werden würden. Also begann ich natürlich
sofort damit einen ersten Entwurf in Cinema zu basteln. Nach ein zwei weiteren Entwürfen und 4-5 Mails stand das Design dann fest. Es sollte ein gedrechselter Holzklotz sein, der farblich so ungefähr in Richtung Mahagoni gehen sollte. Dann eine Messingplakette mit Gravur, die mit winzigen Nägeln fixiert wird. Die Kronen sollten auf roten Samtkissen liegen, die mit einer Satain-Gold-Kordel verziert ist.


Jetzt konnte es zur Sache gehen.
Also habe ich alles zusammengekauft was man halt so für Kissen braucht.
Ich denke mal nicht das ich jetzt wesentlich näher darauf eingehen muss wie man kleine Kissen näht. Auf jeden Fall sah es in unserem Wohnzimmer dann irgendwann sehr interessant aus. Warum? Na ja, eigentlich nur weil ich nebenbei auch noch an dem Schafland gebastelt habe. Eventuell denkt sich jetzt der ein oder andere von Euch das es etwas ungewöhnlich ist das ein Kerl Kissen näht. Tja, was soll ich sagen? Ihr denkt nicht alleine so. :-) Ihr hättet mal die Gesichter von meiner Frau und meinem Bruder sehen sollen, als die zusammen mit einer Freundin am Samstagabend in die Disco gehen wollten. Wäre echt nen Foto wert gewesen. Wie sie da so in der Tür standen und mich ungläubig angeschaut haben, währen ich an den Kissen am nähen war. Aber genug geschwafelt......
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3 Hier ist erst mal ein Bild von dem ca. 10x10 cm großen Kissen.

Natürlich alles Handgenäht!







So, nun war also der Kissenkram erledigt. Jetzt konnte es an die gedrechselten Sockel gehen. Da ich früher schon mal einen Tischfuß habe drechseln lassen, lag es nahe für mich wieder in dieser Drechslerei anzufragen. Leider wäre das ein enormer Gesamtpreis geworden. So stand dann also fest das dass mit dem Drechseln wohl nix werden würde. Also musste ich mir etwas anders ausdenken. Aber was? Wenn es nicht rund werden konnte, musste es leider eckig werden. Oder ganz anders? Meine Güte habe ich hin und her überlegt. Aber wenn man erst mal eine Vision hat, dann will man die auch umsetzten.


Tjaaaa, und eigentlich wollte ich schon immer eine Drechselbank haben. Zu meinem Glück wusste ich das es im Obi günstige Drechselbänke gab. Also habe ich meiner Frau davon erzählt. Ich habe ihr das Ganze erklärt, und sie hat dann einfach mal so gemeint das ich mir doch dann ruhig eine kaufen soll. Also mit so einer Reaktion hätte ich nun wirklich als aller letztes gerechnet.
Also war alles klar. Auf in den Baumarkt.
Ich kaufe mir eine Drechselbank!!! Nachdem ich das nun erledigt hatte, brauchte ich noch das Holz zum Drechseln.
Und hier ist es:

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Ich habe das Holz als erstes so in die grobe Richtung eines 8-Ecks gehobelt. Das Holz ist einfach nur ein Bauholz was üblicherweise für Carports gebraucht wird.


6 Nachdem ich nun das Holz und die Drechselbank hatte, musste ich mir natürlich erst mal überlegen, wo ich das überhaupt alles aufstelle. Also, das Wohnzimmer viel leider aus. Ich muss dazu sagen das ich normalerweise so ziemlich alles im Wohnzimmer mache. Fräsen, sägen, bohren, hobeln, schleifen und auch lackieren. Moment mal!! Hat BWD gerade nicht etwas von einer Frau erzählt?! Ja, richtig. Ich bin verheiratet. Und das auch noch bis zum heutigen Tag. Jetzt wird sich eventuell der ein oder andere Wundern wie das bloß gehen kann. Verheiratet sein und im Wohnzimmer fräsen und lackieren? Ganz ehrlich gesagt frage ich mich das auch gelegentlich. Aber meine Frau ist wirklich beeindruckend verständnisvoll und war mir bisher nie böse.
Also das hier ist mal ein Foto vom Wohnzimmer, als ich den Kronen den Feinschliff verpasst habe. Und ich kann Euch wirklich versichern das dass hier eine Mini-Baustelle ist! Für gewöhnlich beanspruche ich da dann schon mal 2-3 mal so viel Platz.
Wer weiß, vielleicht gibt es ja auch noch mehr Frauen wie meine. Eventuell steht ja mal ne Anzeige in der Tageszeitung: Liebevolle Frau, kaum gebraucht, gut erhalten, mit leichten Macken, günstig abzugeben an Bastler. :-))))))))


Nach dem ich also das Wohnzimmer ausschließen konnte blieb nur noch der Keller! Ooooh mein Gott, der Keller. Der Raum den ich seit unserem Einzug vor ca. 2 Jahren gemieden hatte. Ein Raum voller Gerümpel und Kartons. Ein Raum in den ich kaum noch einen Fuß hinein bekam. Ein Raum in dem das Chaos genau so schnell wuchs, wie die Vegetation im Regenwald. Ich musste ihn tatsächlich aufräumen. Ich glaube das Gefühl wäre bestimmt mit dem einer Ameise zu vergleichen, die vor dem Mount Everest steht und diesen bezwingen will. Aber da ich nun mal immer alles Perfekt machen will, habe ich auch gleich noch Fußbodenfarbe gekauft, eine Arbeitsplatte und Wandfarbe. Nach 4 Tagen war es dann so weit. Ich hatte den Mount Keller bezwungen!! Ich hatte gesiegt!!! Der Preis war eine wunderbare Werkstatt, die nur noch aus Werkzeug und Maschinen bestand. Es ist schon erschreckend was man so alles aufhebt, und doch nie wieder braucht.


7 Also konnte es endlich losgehen.
Ich konnte endlich anfangen zu drechseln. Hm. Das wäre auch tatsächlich möglich gewesen. Wäre da nur nicht dies kleine, aber doch entscheidende, Tatsache gewesen, das ich nicht die leiseste Ahnung vom Drechseln hatte.
Hm, der Weg zum Pokal, ein Weg voller Hindernisse. :-)
Auf in die Bücherei.
Buch gekauft.
Buch gelesen.
Nicht gerade bedeutend schlauer.
Egal.
Probieren.


Nach ca. 4 Stunden, und einem unbeschreiblichen Berg Holzspäne, hatte ich dann tatsächlich etwas, was einem Sockel sehr nahe kam.
Aaaaaaber so als Perfektionist und Richtungssauger, will man ja auch noch das letzte bisschen aus so einem Klotz raus holen. Noch mal kurz ins Buch geschaut. Da hatte ich doch tatsächlich ein Werkzeug entdeckt mit dem man so spielend einfach die Oberfläche perfekt glatt bekommen konnte. Oh geil, dachte ich mir. Das muss ich unbedingt probieren. Und was für ein Ergebnis!!!!! Also noch weiter Perfektionieren. Das blöde an der Sache war nur, das ich, bis heute, nicht genau weiß wie man diese Werkzeugen richtig ansetzt. Also gab es bei ca. 900 u/min einen riesigen Knall! Adrenalinschub wäre jetzt wirklich stark untertrieben gewesen. Was soll ich sagen? Jede menge Teile.
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9 Macht nix. Noch mal. Und irgendwann hatte ich es tatsächlich geschafft.
3 Wunderbare Sockel.
Nachdem ich so einen Sockel fertiggedrechselt hatte, so wie auf dem vorherigen Bild, habe ich ihn noch mit Schleifpapier nachbearbeitet. So ein Sockel lässt sich natürlich am besten schleifen wenn er noch in der Drechselbank eingespannt ist. Angefangen habe ich mit 120er Schleifpapier. Dann folgte 320er, und zum Abschluss habe ich das Ding dann noch mal mit 400er Schleifpapier geschliffen. Oder mehr poliert als geschliffen. Ich war selber überrascht das es möglich ist eine solch perfekte Oberfläche hin zu bekommen.


Hier ist dann mal ein fertig gebeizter, und gewachster, Sockel. Zum Beizen und Wachsen habe ich mich für die Produkte von Bondex entschieden, da diese schon seit jeher einen guten Ruf genießen. Der Spruch das Übung den Meister macht kann ich übrigens nur bestätigen. Ich habe die anfänglichen 4 Stunden, für einen Sockel, auf ca.20 Minuten reduzieren können. 10

11 Dann fehlten nur noch die Kronen.
Angefangen hat es alles mit einem harmlosen MDF-Klotz. Diesen Klotz habe ich aus 5 quadratischen Stücken MDF-Platte zusammengeleimt. Damit mir die einzelnen Platten beim Verleimen nicht auseinanderrutschen, habe ich den gesamten Klotz mit sehr stabilem Klebeband umwickelt.

Nach ca. einer halben, unbeschreiblich staubigen, Stunde sah das ganze schon fast kronenähnlich aus. Die Grobe Form hatte ich also schon mal. MDF lässt sich eigentlich sehr sehr gut drechseln, da MDF nur gepresster Holzstaub ist. Einzig die verleimten Stellen waren wirklich schwer zu drechseln. Aber mit scharfem Werkzeug sollte auch das möglich sein.

Nachdem ich das ganze dann noch ausgehöhlt hatte, war erst mal wieder Schleifen angesagt.


Der Kellerteil war also erledigt. Ich war doch selbst ein wenig überrascht was ich
da für einen Müll gemacht hatte. Und ich glaube DAS wäre wirklich nicht so gut gekommen, wenn ich das im Wohnzimmer gemacht hätte. :-)))))))))

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Dann hätte meine Frau auch ne Anzeige aufgegeben:
Netter Bastler, nicht ganz stubenrein, aber pflegeleicht, mit leichtem Hang zum Chaos, abzugeben in eine Männer-WG.


14 Links im Bild kann man die Krone nach dem Ausfräsen der einzelnen Zacken sehen. Um die Zacken etwas zu verstärken, und um die Kugeln befestigen zu können, habe ich noch Zahnstocher eingeleimt.
Rechts im Bild sind dann alle Teile zu sehen. Die Krone an sich wird auch mit Zahnstochern, durch das Kissen hindurch, fest mit dem Sockel verleimt.
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16 Jetzt bleibt mir eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Ich möchte nur noch kurz den Zeitaufwand des ganzen erwähnen, und stichpunktartig auflisten was alles dahinter steht.

-Idee
-Skizzen / Visualisierung
-Werkzeugkauf
-Materialbeschaffung
-Materialvorbereitung
-Kellerumbau
-Kissen nähen
-Drechseln lernen
-Drechseln der Sockel und der Kronen
-Beizen, Wachsen, Streichen
-Messingschilder beauftragen
-Zusammenbau
-Scannen und bearbeiten der einzelnen Fotos
-Schreiben dieses Specials




Der gesamte Zeit aufwand, inklusive durch die Gegend fahren, betrug ca. 150 Studen.








Ich hoffe das sich der Aufwand gelohnt hat.





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